Wortwechsel > 2. Wortwechsel
am 17. Oktober 2013 im Zett 9

„Das Beste an Fürth ist der Weg nach Nürnberg“ – diese Rückmeldung aus der großen Postkartenaktion unter Fürths Jugendlichen ist harter Tobak. Doch leider nicht völlig aus der Luft gegriffen. Fürth hat seit Jahren ein absolutes Defizit in Sachen Shopping, gerade für junge Menschen. Die Stadt hat das Problem längst erkannt und arbeitet dran. War es in der Vergangenheit lange so, dass viele hippe Marken gar nicht nach Fürth wollten, so ist die Situation derzeit die, dass die Marken zwar eine Filiale in der Kleeblatt-Stadt eröffnen wollen, es jedoch keine freien Ladengeschäfte in zentraler Lage rund um die Fußgängerzone gibt.“

Abhilfe soll die Neue Mitte schaffen, das neue Einkaufszentrum in Innenstadtlage, das Ende 2014 eröffnet werden soll. Auch in den ehemaligen Marktkauf soll wieder Leben kommen.

Ganz oben auf ihren Wunschzetteln haben viele Jugendliche die Punkte „Kino“ und „McDonald’s“ notiert. Auch hier gibt es gute Nachrichten: Für ein neues großes Kino in Fürth hat sich die Stadt eine Fläche unweit des Bahnhofs gesichert, wo bis Herbst 2014 ein nagelneues Kino mit sechs Sälen entstehen soll. Ersatz für den seit einem Jahr leerstehenden McDonald’s an der Fürther Freiheit soll es zumindest in der Neuen Mitte Ersatz geben – wenngleich die Stadt nach wie vor einen Schnellimbiss in der Innenstadt haben möchte. Eine spontane Umfrage im Saal ergibt, dass es durchaus auch ein Burger King oder ein KFC sein dürfte – oder auch gleich ein vegetarischer/veganer Anbieter …

Stürmischen Applaus erntet der auf den Postkarten zigfach geäußerte Wunsch, in der Gustavstraße – Fürths Kneipenmeile – im Sommer wie gehabt bis 23 Uhr draußen sitzen zu dürfen. Doch diese Frage beschäftigt inzwischen nicht nur alle Generationen, sondern längst auch die Gerichte …

Kritik wird auch an den Tickets für Bus und Bahn geäußert. 34,60 Euro für eine Schüler-Monatskarte, die dann aber auch nur im Bereich Fürth gilt – das ist vielen zu teuer. Kritik gibt es zudem an den nicht vorhandenen Semestertickets für Studenten. Dass beim Kauf einer Einzelkarte nur zwischen Kind und Erwachsener unterschieden wird und die Zielgruppe der Jugendlichen völlig unter den Tisch fällt, sorgt ebenfalls für Unverständnis. Gegenargument der Infra Fürth: Die Schüler-Monatskarte sei ohnehin ein Draufzahlgeschäft, eine eigene Ermäßigung für Jugendliche gibt es deutschlandweit nirgendwo.

Ein wichtiger Punkt: Viele jungen Menschen wollen im Sommer draußen feiern – auch noch nach 22 Uhr. Dauerhafte Interessenkonflikte zwischen den Feierwilligen und den ruhesuchenden Anwohnern sind da programmiert – von der Frage, wer hinterher den definitiv anfallenden Müll wegräumt, mal ganz abgesehen. Ein Vorschlag von „Wortwechsel“: An vier festen vorher angekündigten Wochenenden im Jahr soll testweise ein längeres Grillen zum Beispiel unter der Siebenbogenbrücke erlaubt werden,.

Großes Thema beim ersten Plenum war der Wunsch nach längeren Öffnungszeiten im Jugendtreff Zett9, die die festen Mitarbeiter nicht stemmen können. Daher die Idee einer Teil-Selbstverwaltung, die ausprobiert und für gut befunden wurde. Fortsetzung folgt!

Auch, was legales Graffiti in der Stadt angeht, gibt es gute Nachrichten. Gewünscht wurde eine legale Wand zum Besprühen. Schnell und unbürokratisch wurde eine Schallschutzwand hinter dem JuZ Hardhöhe für die Sprayer-Gemeinde freigegeben.

Gute Nachrichten gibt es auch für die Fürther Skate-Gemeinde: Ende August wurde der niegelnagelneue Fürther Skatepark eröffnet. Eine Halle, in der im Winter bei Schnee und Eis gerollt werden kann, wird jedoch noch immer gesucht.

Schon mal vormerken: Der dritte und letzte „Wortwechsel“ steigt am 5. Dezember ab 20 Uhr im Zett9, Theresienstraße 9. Dann ist auch OB Thomas Jung mit von der Partie und freut sich über Postkartentexte wie diesen hier: „Fürth ist möglicherweise besser als eine andere Stadt …“

Redaktion

Oswald Gebhardt
Tel: 0911 - 810 10 67
redaktion@echt-fuerth.de

Echt Geld

Linda Nägele
Tel: 0911 - 741 85 25
linda.naegele@zett9.de

×
Menu