Wortwechsel > 3. Wortwechsel
am 5. Dezember 2013 im Lions Saal

Aller guten Dinge sind drei. Zum dritten „Wortwechsel“, gleichzeitig Finale von echt!Fürth 2013, kam Oberbürgermeister Thomas Jung ins Zett 9, um sich von den Ergebnissen des groß angelegten Jahresprojektes berichten zu lassen.
Filme und Powerpoint-Präsentationen, Live-Musik, Improtheater und ein hochanständiges Buffet – mit einem großen Party im Lions Saal hoch unterm Dach des runderneuerten Zett9/„Otto” wurde der erfolgreiche Abschluss von „Echt Fürth“ 2013 gefeiert.

Ein Jahr lang hatten Jugendliche ihre Träume, Wünsche und Vorstellungen eingebracht, wie sie sich ihr Fürth wünschen. Die gesichteten Ergebnisse wurden Oberbürgermeister Thomas Jung nun in Form eines Riesenbuches überreicht, in dem sich ein komprimiertes 7-Punkte-Programm findet (wir berichteten).

Wunsch aller Beteiligten: Es muss weitergehen, echt!Fürth darf jetzt nicht einschlafen. Und auch hier hat das Stadtoberhaupt gute Nachrichten: Die Fortsetzung des Projekts ist gesichert.

Die Ergebnisse sprechen aber auch für sich. Es ist viel bewegt worden im Laufe eines ereignisreichen Jahres: Mit „Die Wall“ steht für die Fürther Sprayer-Szene auf der Hardhöhe eine erste legale Graffiti-Wand bereit, die Teil-Selbstverwaltung im Jugendtreff Zett9 läuft (immer wieder Mittwochs), und das auch noch recht gut. Die Skate-Gemeinde freut sich über den neuen Skatepark am Lindenhain, dessen Ruf bereits bis weit über die Grenzen der Stadt gedrungen ist und auf dem auch jetzt im Dezember noch mit Handschuhen und dick eingepackt gefahren wird.

Nur mit der überdachten Skatehalle, in der auch bei Eis und Schnee geskatet werden kann, ist man noch nicht weitergekommen. Aber man sei weiter dran am Thema, wird von allen Seiten versichert.

„Es ist auch für mich ein Hochgenuss, Euch zuzugucken“, verrät der Rathauschef und erzählt, dass er auf dem Heimweg gerne am neuen Skatepark vorbei radelt. Und dass es für eine chronisch knappe Kommune wie Fürth ein Glücksfall war, dass ein Spender – in diesem Fall ein 70 Jahre alter Bürger – 200 000 Euro dafür locker gemacht hat.

Ursprünglich, so Jung, sei die Anlage unter der Ludwigsbrücke geplant gewesen, wo die Rollsportler dann ein Dach über dem Kopf gehabt hätten. Wegen der Sprünge ging das aber nicht. „Aber wir bleiben an diesem Thema dran!“

Die Anwesenheit des Stadtoberhaupts beim „Wortwechsel“ nutzten die jungen Besucher, um persönliche Fragen und Anliegen vorzubringen.

Ein großer Wunsch vieler Fürther Jugendlicher ist nach wie vor ein McDonald’s in der Innenstadt, wie Anastasia verrät. „McDonald’s will ja, aber unbedingt in die Nähe der Fürther Freiheit“, bestätigt Jung. Dort sei die Auswahl an freistehenden Läden im Augenblick jedoch begrenzt, „aber wir stehen in Verhandlungen.“

Aus den Reihen der Ultras Horidos kommt die Frage, warum die Stadt das Fanprojekt bei Greuther Fürth so lange boykotiert und erst letzte Woche ihre Unterstützung zugesagt hat. Weil in Fürth die Fußballwelt bislang in Ordnung ist, habe man im Stadtrat lange keine rechte Notwendigkeit für ein Gewaltpräventionsprojekt gesehen, erklärt der Oberbürgermeister. Der Sinneswandel kam nicht zuletzt aufgrund des Vorwurfs, dass Fürth neben den geizigen Stuttgarter die letzten seien, bei denen es kein Fanprojekt im Stadion gäbe. Und dass man darüber viele junge Menschen erreichen würde. „Jetzt läuft das, und es ist auch ernst gemeint“, versichert Jung, dankt für Geduld und Ausdauer und erwähnt, dass Politik eben genau so funktionieren würde: Dass man sich immer wieder für (s)ein Thema einsetzt.

Ein ganz anderes Anliegen hat Paul: Letzte Woche verkündete in seiner Schule eine Durchsage, dass erst jetzt die letzten Schulbücher eingetroffen seien. Geht gar nicht, findet der Schüler und fragt, wie so etwas sein kann. Ja, das ist schwach, findet auch der Oberbürgermeister und verspricht, beim Schulreferenten nachzuhaken. „Bitte schick mir da doch noch mal eine Mail!“

Überhaupt: In Kontakt bleiben. „Haben Sie WhatsApp?“, kommt die Frage aus dem Publikum. Negativ, sagt Jung, „ich hab’ nicht mal ein Smartphone. Aber Ihr könnt mich jederzeit per Mail und über Facebook erreichen. Außerdem bin ich jemand, den man in der Stadt, an der Skaterbahn, im Freibad und im Stadion trifft und den man immer ansprechen kann.“

Bilder vom 3. Wortwechsel

Redaktion

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