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Rückblick auf die Ausstellungseröffnung „Aus meiner Sicht“

Am 15. Juni war es endlich so weit: Die Vernissage „Aus meiner Sicht!“ hat stattgefunden – und wir waren total überrascht, wie viele Menschen gekommen sind. Insgesamt waren etwas mehr als 50 Besucherinnen und Besucher da. Darunter auch viele Politikerinnen und Politiker aus Nürnberg und Fürth.
Zur Eröffnung haben der Fürther Bürgermeister Thomas Braun und Frau Gallas gesprochen. In ihren Reden ging es um unsere Fotos und darum, was Dyskalkulie für Betroffene im Alltag bedeutet. Sie haben auch deutlich gemacht, dass sich politisch noch einiges ändern muss und dass Kinder und Jugendliche mit Dyskalkulie mehr Unterstützung verdienen.
Im Anschluss an die Eröffnungsrede hat die Schulband „The Rolling Shamrocks“ gespielt und die Vernissage musikalisch bereichert. 
Danach konnten sich alle die Ausstellung anschauen. Die Schwarz-Weiß Fotos zeigten alltägliche Hürden, wie das Bezahlen mit Bargeld, das Lesen analoger Uhren oder das richtige Abwiegen und Messen beim Backen oder Kochen – sowie die viele Zeit und Anstrengung die dyskalkule Kinder für Hausaufgaben, Fördern und Lerntherapie zusätzlich aufbringen müssen. 

Viele Besucherinnen und Besucher sind mit uns ins Gespräch gekommen. Es war ein richtig gutes Gefühl, dass sich so viele Menschen Zeit genommen haben, unsere Geschichten anzuhören und mehr über Dyskalkulie zu erfahren. Manche Gespräche waren sehr persönlich und haben gezeigt, wie wichtig es ist, über dieses Thema zu sprechen.
Auch unsere Postkarten, mit verschiedenen Hürden für dyskalkule Menschen, waren ein voller Erfolg. Viele haben sie mitgenommen und uns gesagt, dass sie unser Projekt klasse finden und uns unterstützen möchten.

Ein besonderes Highlight war die Zusage der Rechtshilfe Dyskalkulie. Sie möchte uns dabei helfen, aus unserer Ausstellung eine Wanderausstellung zu machen und uns bei der Organisation unterstützen. Darüber haben wir uns riesig gefreut, denn so können wir unsere Botschaft noch an viel mehr Orte bringen.

Was uns besonders überrascht hat: Viele Politikerinnen und Politiker haben erzählt, dass ihnen Dyskalkulie vorher gar nicht richtig bekannt war. Einige konnten auch überhaupt nicht verstehen, warum Menschen mit Dyskalkulie bis heute nicht die gleichen Nachteilsausgleiche bekommen wie Schülerinnen und Schüler mit LRS. Genau deshalb war unsere Ausstellung so wichtig – sie hat gezeigt, wie sich unser Alltag wirklich anfühlt.
Für uns war die Vernissage ein richtig besonderer Tag. Wir konnten zeigen, was hinter dem Begriff Dyskalkulie steckt und dass es dabei um viel mehr geht als nur ums Rechnen. Vor allem haben wir gemerkt, dass unsere Stimmen gehört werden. Das motiviert uns, weiterzumachen und uns dafür einzusetzen, dass sich in Zukunft etwas verändert. Dyskalkule Schüler und Schülerinnen brauchen dringend eine Anerkennung der Dyskalkulie im bayerischen Schulrecht.

Daher fordern wir:

  • Nutzung (vereinfachter) Taschenrechner in allen relevanten Fächern
  • Einsatz lernunterstützender Materialien auch in Prüfungssituationen
  • Angemessene Zeitverlängerung in Mathematik und Naturwissenschaften
  • Notenausgleich in allen Jahrgangsstufen weiterführender Schulen
  • Höhere Gewichtung mündlicher Leistungen
  • Gültigkeit für alle Schularten, berufliche Schulen, Sekundarstufe II und Hochschulen

Vorschläge zur Gewährung eines Notenschutzes mit Zeugnisbemerkung:

  • Notenausgleich mit allen Vorrückungsfächern
  • im Jahreszeugnis in allen Jahrgangsstufen aller Schulformen
    (analog zur MS-Regelung und Regelung 10. Klasse Gymnasium)
  • Übertritt darf nicht an Mathematiknote scheitern, wenn Empfehlung der GS-Lehrkraft eindeutige Eignung für Realschule bzw. Gymnasium aufweist

 

Diese Maßnahmen ermöglichen Chancengleichheit, Persönlichkeitsentwicklung und eine dem Begabungsprofil angemessene Bildungs- und Berufslaufbahn.

Danke an das Zett9, Echt Fürth! und die Rechtshilfe Dyskalkulie e.V für die großartige Unterstützung!

Agentur

Swantje Schindehütte
Mobil: 0175 - 764 83 33
swantje.schindehuette@fuerth.de

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